Die letzte aktuelle Meldung zu diesem Thema - das Bundesgericht hat die Beschwerde der Tierexperimentatoren abgewiesen (14.10.2009) - finden Sie am Ende des Artikels!

Die Zürcher Tierversuchskommissionen haben zwei Hirn-Tierversuchsprojekte mit Affen (an der Universität Zürich - Institut für Neuroinformatik und an der ETH= Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich) abgelehnt. Die Genehmigung wurde nicht erteilt, weil das Leid der Tiere (Makaken, die darüber hinaus am Ende des Versuches getötet worden wären) nicht den zu erwartenden Erkenntnisgewinn in der Grundlagenforschung rechtfertige und auch die Art der Durchführung, etwa der Wasserentzug, die Würde der Tiere verletzte.

Denn bei derartigen Experimenten werden den Affen Elektroden in Gehirn eingeführt, damit die Hirnströme bei der Erledigung von gestellten Aufgaben gemessen werden können. Die Tiere werden dabei täglich, stundenlang, im sog. Affenstuhl fixiert, selbst der Kopf wird angeschraubt.
Die Affen bekommen vorher nichts zu trinken, damit sie die ihnen gestellten Aufgaben – meist durch Drücken eines Hebels – erledigen, wofür sie zur Belohnung einen Tropfen Flüssigkeit bekommen.

Auch die Schweizer Gesundheitsdirektion hat sich der Argumentation der Kommission angeschlossen und den amtlichen Ablehnungsentscheid erteilt bzw. im Februar 2007 den Bewilligungsbescheid für die Tierversuche aufgehoben.

Neu in diesem Fall ist, dass bei der Behandlung des Antrages der sogenannten Güterabwägung ("rechtfertigt der voraussichtliche Erkenntnisgewinn das Leid der Tiere?") und der Würde des Tieres ein zentraler Stellenwert eingeräumt wurde.
Die Hochschulen wollen nun diesen Entscheid anfechten und ans Verwaltungsgericht gehen.

Auch in Deutschland wurden jüngst Hirnversuche mit Affen an der Charité Berlin nicht genehmigt, weil die Tiere zu großem Leiden, insbesondere mit den Experimenten verbundenen Durstqualen, ausgesetzt werden.

Nachtrag vom 26.06.2008:
Auch Gericht gegen belastende Affenversuche
Die Tierexperimentatoren Daniel Kiper und Kevan Martin haben Beschwerde beim Zürcher Verwaltungsgericht eingelegt. Diese wurde nun vom Verwaltungsgericht zurückgewiesen und ein 52-seitiges Urteil vorgelegt: Das Gericht kommt ebenfalls zu dem Entschluss, dass die beiden Affenforschungsprojekte aus ethischen Gründen völlig abzulehnen sind, weil die Experimente nicht mit der Würde der Tiere zu vereinbaren sind und das Leid der Tiere in Abwägung zu dem eventuellen Nutzen für die Wissenschaft viel zu groß ist.

Doch die beiden Experimentatoren wollen das Verbot nicht hinnehmen und ihre jeweiligen Hochschulen haben dagegen Berufung eingelegt. Nun wird sich die oberste, aber somit letzte Instanz, das Bundesgericht, damit befassen.

Nachtrag vom 14.10.2009:
Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 7. Oktober 2009 die Beschwerden der betroffenen Forscher aufgrund der unverhältnismässigen Belastungen für die Tiere und der übermässigen Verletzung der Tierwürde zu beiden Projekten abgewiesen! Damit bleibt das Affenversuchsverbot endgültig aufrecht - ein großer Erfolg für den Tierschutz (anbei Urteil 1 und Urteil 2).

Siehe dazu auch: Schweiz: Depressionsforschung an Weissbüscheläffchen
Siehe dazu auch: Schweizer Kommissionen fordern Zurückhaltung und Verbot bei Affenversuchen